Angeln auf Felchen im Konstanzer Trichter

Carsten Jünger / pixelio.de

Nun hat uns der Winter also doch eingeholt. Ein arktisches Klima lässt die heimischen Seen binnen weniger Tage zufrieren und auch die hartnäckigsten Karpfen erstarren. Natürlich ist dennoch der ein oder andere Fang vor der heimischen Haustür drin, insgesamt präsentieren sich die Gewässer aber recht geizig. Den Kälteeinbruch nutze ich darum als Angelpause und investiere meine Freizeit in Pflege vorhandenen Materials, diverse Neuanschaffungen und die Planung der neuen Angelsaison.

Während ich also fröstelnd im Schuppen hantiere denke ich bereits an den alljährlichen Osterurlaub am Bodensee.
Der See am Dreiländerdreieck hat mich vor vielen Jahren verzaubert und in seinen Bann gezogen. Die malerische Landschaft, das milde Klima und jahrhunderte alte Mythen üben in Kombination mit den wohlschmeckenden und zahlreich vorhandenen Felchen einfach einen unwiderstehlichen Reiz aus. Aufgeteilt wird der drittgrößte See Mitteleuropas in Ober- und Untersee.

Bevor es auf die Reise nach Süddeutschland geht sollte man sich allerdings über regionale Besonderheiten und Herausforderungen informieren.
So gelten am Bodensee auf deutscher Seite verhältnismäßig strenge Richtlinien in Sachen Genehmigung und Erlaubnis zum Angeln. Grundvoraussetzung zum Köderauswurf ist der Besitz eines Fischereischeines, welcher aus der Heimat mitgebracht werden muss.

Dies gilt auch wenn es lediglich auf Weissfische gehen soll! Ist ein Fischereischein vorhanden, so kann nun ein Angelerlaubnisschein für bestimmte Regionen des Bodensees erworben werden. Da verschiedene Regionen separat gebucht werden müssen lohnt es, sich im Vorneherein über bestimmte Gebiete zu erkundigen um Berechtigungen für echte Hotspots zu erwerben.
Hiermit kommen wir zum nächsten Thema. So schön die Ufer des Bodensees auch sind – vom Festland aus wird man keine überragenden Erfolge erzielen. Das gesamte Gebiet ist entweder dicht besiedelt, laut oder verpachtet. Daher angle ich seit Jahren nur vom Boot aus.

Diese werden am besten vor Ort gemietet. Um mit einem mitgebrachten Boot in See zu stechen, müssten noch einmal viele bürokratische Hürden überwunden werden.
Bevor der lesende Angelfreund nun durch zu viele Regularien abgeschreckt wird, kommen wir nun zum schönen Teil – nämlich einigen fängigen Stellen im See.

Ich bin seit Jahren Stammgast im Konstanzer Trichter! Hier mündet der Bodensee in den Seerhein. Diese Übergangsstelle wird durch Strömungen und organische Einträge aus menschlichen Behausungen besonders gut mit Nahrung versorgt und ist entsprechend dicht besiedelt. Hier finden sich die berühmten Bodenseefellchen en Masse!
Den Weg zum Erfolg habe ich mir von den einheimischen Fischern abgeschaut. Für das Felchenfischen benötigt man eine sehr leichte Felchenrute.

An den Haken kommen Insektenlarvenimmitate, die Nymphen. Diese werden vom Boot aus direkt ins Wasser gelassen. Nun kommt eine spezielle Technik zum tragen: die Nymphen werden nicht etwa ruhig im Wasser gehalten, sondern gehoben und gesenkt. Dies ist mit einer langsamen Geschwindigkeit durchzuführen!

Nach dem Absinken sollte man vor dem Hochziehen immer einen Augenblick zögern. Das wirkt auf die Felchen reeller und wird sie schnell zu einem Anbiss verleiten. Im Bodensee ist es keine Kunst, diese Fische so an den Haken zu bekommen. Deutlich interessanter ist da der Drill. Die kleinen Wasserbewohner erweisen sich als sehr widerspenstige und kämpferische Beute. Dem Angler wird viel Feingefühl und Geschick abverlangt, um die Fische letztendlich im Boot zu landen.
Ist dies aber erst einmal gelungen, so wartet des Abends ein leckeres Festmahl auf die ganze Familie. Bei uns gelten die prominentesten Bewohner des Bodensees schon als traditioneller Osterschmaus.
Die malerische Landschaft, der ultimative Spaß am Felchendrill und der kulinarische Hochgenuss – drei unantastbare Argumente für einen Trip an den Bodensee!

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One Comment

  • Karl said:
    3. Februar 2012 at 21:37

    Hm, Urlaub am Bodensee könnte ich meiner Frau sicherlich verkaufen. Muss ich mir nur noch überlegen, wie ich die Angeln im Auto erklären soll ….